Was tun bei häuslicher Gewalt?

Wenn es zu häuslicher Gewalt kommt, dann gibt es viele Beratungsstellen für die überwiegend weiblichen Opfer. Am wichtigsten ist zunächst, dass Frauen einen Menschen finden, dem sie sich anvertrauen können.

Ist die Gewalt akut, können Frauen entweder die Polizei rufen oder aber sich in ein Frauenhaus begeben. Kommt die Polizei, dann kann sie anordnen, dass der Gewalttäter – so er nicht ohnehin festgenommen wird – einen Platzverweis erhält und sich für einen bestimmten Zeitraum dem Haus oder der Wohnung der Frau nicht nähern darf. In einem Frauenhaus ist die Frau definitiv sicher, es ist geschützt und Männer werden auf keinen Fall eingelassen. Sollte es eine Frau-Frau-Beziehung sein, wird auch hier die Gewalttäterin draußen bleiben müssen.

Beratung hat die Frau im Fokus

Bei häuslicher Gewalt, die immer wieder vorkommt, sollten Frauen so bald wie möglich eine Beratungsstelle aufsuchen. Diese Stellen versuchen keine Schuld zuzuweisen oder den Gewalttäter dingfest zu machen, sondern vor allem die Situation der Frau zu verbessern. Das kann in bestimmten Lagen auch gemeinsam mit dem Partner machbar sein, in den meisten Fällen aber wird mit den Frauen ein Ausstiegsszenario aus der Beziehung besprochen. Dabei wird immer auch das Wohl von Kindern, so vorhanden, im Mittelpunkt stehen – gleich ob sie von der Gewalt wissen oder nicht.

Je schneller eine Frau sich in die Händler professioneller Helfer begibt umso kürzer ist die Leidenszeit und umso schneller kann die Lage geklärt werden. Meistens dauert es aber Jahre, einer britischen Studie zufolge im Durchschnitt sieben Jahre, bis sich eine Frau in die Hände von Helfern begibt.

Hilfetelefon als Notruf

Die schnellste Hilfe gibt es immer beim Hilfetelefon der Bundesregierung, das am Tag und in der Nacht besetzt ist. Man kann deren Webseite auch anonym besuchen, so das keine Spuren im Browser hinterlassen werden – eine eigene Seite erklärt den Frauen, wie sie das am besten machen. Alle Beratungen werden auch in verschiedenen Sprachen angeboten, damit auch Zuwanderer das Angebot in Anspruch nehmen können.